Urvieh. Einstmals vor sehr vielen Jahren, als noch keine Menschen waren, da gab es urförmliches Vieh, das mit lauter Stimme schrie. Das lebte so, wie's leben muss, lebte auf sehr großem Fuß. Der Saurier tat auf Riesenzehen, nicht gerade vornehm gehen, keuchte oft bei manchem Schritt und die Erde stöhnte mit. Durch sein Gewicht, in großen Maßen, lief er sich manchmal große Blasen. Die Landschaft war sehr undurchsichtig und der Saurier schwergewichtig. Und oftmals lag auf solchem Raum ein Hindernis, ein Purzelbaum, wodurch das Urvieh in der Nacht, mit Purzelbaum Erfahrung macht. Sie taten durch die Landschaft schreiten, mit großen Schritten, mit sehr weiten. Beim balancieren und beim bücken, fiel manches Untier auf den Rücken. Er stolpert oft in seinem Raum, über besagten Purzelbaum und schlägt hauptsächlich in der Nacht, auf den Boden, dass es kracht. Der Saurier zählt unter den Tieren, zu den starken Pionieren. Im Dschungel schlägt er auf die Weise, als Poltergeist, so manche Schneise. Bei so viel Muskeln allgemein, darf er ein bißchen dümmlich sein. Doch muss er sich, wenn auch verbissen, in seiner Dummheit helfen wissen. Beim Saurier fing der Fortschritt an, der brach im Dickicht manche Bahn, walzte Wege ganz alleine, über Stock und über Steine, walzte bis ans Lebensende, sehr PS- stark durch's Gelände. Er warnte laut im Intervall, trompetete von Fall zu Fall, hat alles was da kreucht und fleucht, möglichst beizeiten weg gescheucht. Der Saurier stöhnt, man hört es weit und wird trotz Stöhnen nicht gescheit. Ein Saurierbaby trampelt auch, unter dem breiten Saurierbauch, sucht ganz vergeblich nach dem Nuckel und fällt schon früh auf seinen Buckel. Für Saurier in der Rückenlage, wird dieser Umstand oft zur Plage, weil, während er am Rücken strampelt, er ins bodenlose trampelt; - und weil er oft, im Schlamm verdreckt, ziemlich festgefahren steckt. Manchmal steckt er mit fettem Rumpf und breitem Hintern in dem Sumpf, rappelt sich mühsam im Verlauf, wütend schnaubend wieder auf. Auch gibts bei urweltlicher Suche, schon die ersten Flugversuche. Der Saurier tut auf Aufwind warten und als Drachenflieger starten. Wenn solch ein Riesenvogel stürzt, hat sich sein Leben arg verkürzt, dann fällt er meistens auf den Schnabel, sinngemäß nach der Parabel. Dann bricht er sich im Missgeschick, häufig leider sein Genick. Daher tat man in Saurierkreisen, sich damals schon den Vogel weisen, als den Vogel an der Stirne, abgestürzt auf seine Birne. Man zeigt damit, beim großen Frust, mit Finger auf Gehirnverlust. Der Vogel, in dem Lebenslauf, gab seine Leidenschaft nicht auf und suchte im Experiment, weiter nach dem Argument. Flog über Wasser, von den Klippen und brach sich nicht so oft die Rippen, Zwar ging er dabei häufig baden, doch war er damit gut beraten, denn bei seiner Himmelfahrt, war der Untergrund nicht hart. Der Vogel flog fast wie in Trance und stürzt mit Überlebenschance. Dieses war von früh bis spät, somit das erste Fluggerät. Und in würdevoller Miene, gewann der Vogel die Routine, war voller Fleiß und tat sich regen, war bald den andern überlegen. Der Vogel ließ sich nicht ausrotten und tat vom Himmel nunmehr spotten. Der Vogel ist doch nicht verrückt, die Flugkunst ist ihm noch geglückt. Der Vogel ist damit kein Tor und schwingt sich in die Luft empor. Er hat nun große Übersicht; Tyrannosaurus kriegt ihn nicht. Der Raubtiersaurus als Tyrann, der knappert viel Sauriere an. Doch das Flugtier ist erhaben, an dem kann er sich selten laben. Die dicken Saurier straucheln, fallen, dem Tyrannen in die Krallen. Und während sie am Boden hinken, verbeißt sich der in ihre Schinken. Das bringt die Saurier all auf Trab und mancher macht sich dabei schlapp. Tyrannosaurus ist am beißen, tut viel Sauriere gern zerreißen und er fällt, so gut er kann, die allerdicksten Brocken an. Doch konnt er all das Fleisch indessen, beim besten Willen nicht all fressen. Der Brontosaurus hat geprotzt und vor Muskelkraft gestrotzt. Er ging umher mit dicken Waden und hinterließ die Riesenfladen; - tat viel fressen und viel saufen, doch tat nicht allzu gerne laufen. Lag meist im Wasser, tat sich suhlen und tat mit Brontoweibchen buhlen. Der Brontosaurus war gescheit und lief beim Landgang nie zu weit, schonte seine Hinterbacken und ließ sich nicht mit Zähnen packen. Man nannte ihn auch Donnerdrachen, denn er ließ es hinten krachen. Bei dem enormen Bauchumfang, aus dem viel Gas nach außen drang, gab's dementsprechend häufig schon eine große Explosion. Im Wasser gab es allemaßen ausgedehnte Plupperblasen, die er aus den Nüstern blies und auch sonstwo von sich ließ. Insofern war das in dem Maß, ein Reservoir an Biogas. Beim Buschbrand war das, das ist ehrlich, mit dem Abgas sehr gefährlich. Der Drache ward zum Ungeheuer und spuckte hierdurch manchmal Feuer, denn Gase lassen sich schlecht binden und Fackeln brennen vorn und hinten. Der Drache rülpst, es stößt ihm auf, die Gase brennen im Verlauf. So kommt es dass er Feuer spuckt, während er verlegen schluckt. Und während er nach hinten drückt, ist ihm der zweite Brand geglückt. Der Saurus mit den dicken Backen, versucht mit Zähnen viel zu packen, verbiss sich oft mit viel Genuss am Lebensmittelüberschuss. Er war somit kein Kostverächter und als Tyrann ein großer Schlächter. Fraß was er fand mit Haut und Knochen, hat manchem das Genick gebrochen; fraß alles auf und fraß sehr viel, fraß alles auf, mit Stumpf und Stiel. War nicht umgänglich, war ein Flegel, war unbeliebt als großes Ekel. Ein Saurier tut viel Wasser saufen und läßt das Wasser wieder laufen; hat jeweils vor dieser Phase, ganz immens gefüllte Blase. Das Wasser plätschert überall, als sogenannter Wasserfall, aus allen Rohren, allen Schoten, auf die Erde, auf den Boden; hat manchen Baum, in voller Pracht, vorzeitig ganz kaputt gemacht. Der Saurier steht, man glaubt es kaum, am Stamm von einem Mammutbaum, Er hebt zu diesem Zweck allein, auf halbe Höh, sein Hinterbein und spült zu dem Markierungszweck, den Boden an der Wurzel weg. Satt und müde gähnt der Drachen, mit weit aufgestelltem Rachen. Da sieht man durch den großen Schlund, hinab bis auf den Magengrund. Durch selben Schlund, in dem Verlauf, stößt es dem Saurier sauer auf. Der Dinosaurier tut verdauen, genüßlich grüne Masse kauen, denn Vegetarier brauchen auch, zwecks Verdauung ihren Bauch. Er hielt seinen Kopf weit oben, als ein hohes Tier erhoben. Das große Tier tat sich am besten und zivilisierter mästen, kaute mit seinem Kiefer stolz, die Spitzen von dem Kiefernholz. Daher hat die Kiefer heute, als Erbkrankheit am Stamm die Reute; hat nur in großer Höhe Reste, ihrer Pracht und ihrer Äste. Der Dinosaurier fraß und fraß, auch zähes Kraut und hartes Gras. Er war dadurch, mit Schaum vorm Maul, bezüglich Kauen gar nicht faul und schob den Klumpen kreuz und quer, wiederkauend hin und her. Am schlimmsten war der Gummibaum, da ging es ohne Kauen kaum. Dem Dinosaurier, unter Tränen, hing der Kautschuk an den Zähnen. Das Gummi lag an manchen Tagen, ihm wie Kleister in dem Magen. Der Dinosaurier ist inmitten seiner Welt voran geschritten, ging mit Gas in Saus und Braus, technischem Fortschritt schon voraus; hat Abgase sehr viel verpufft, erkrankte an der dicken Luft. Fiel auf den Buckel und entschlief, erstickte an dem eignen Mief, machte einstmals schnell im Nu, für immer seine Augen zu; steht im Museum, in der Tat, wo er kein Bedürfnis hat. Das große Untier war sich fast, auf Erden selber eine Last, tat schwerfällig und keuchend gehen und sich selbst im Wege stehen. So mancher Saurier, mehr und mehr, tat sich in Übergröße schwer, quälte sich mit Hängebauch und mit breitem Hintern auch. Er hechelt oft mit langer Zunge, sein Magen drückt ihm auf die Lunge. Die Saurierzunft tat sich vergasen, tat ständig schlechte Luft abblasen. Die schlechte Luft war in dem Schema, trotzdem lange Zeit kein Thema. Zuletzt war nur noch dicke Luft, in den Tälern, in der Gruft. Es mußten sich die Saurier eilen, um letzte Lüfte sich zu teilen. Es gab Verbiss und es gab Zoff, beim letzten freien Sauerstoff. Der Saurier wurde langsam sauer und seine Winde wurden lauer; schnappte in den letzten Tagen, sauer Stoff, mit leerem Magen. Tat nicht mehr blähen, nicht mehr drücken, fiel um, war tot, lag auf dem Rücken. So hat er sich davon gestohlen. Der Fortschritt tat ihn überholen. von Heinrich Feisel (1990)
Da fragt man sich beim Überfliegen von heinrichfeisel.typepad.com schon, ob man selbst nicht irgendwie bescheuert war. Danke für Ihre Berichte
Kommentiert von: West am Sa | 24. Januar 11 um 06:14 Uhr
Im Grunde genommen eine praktische Sache, ich überlege mir aber, ob dies auf Dauer realistisch umsetzbar bleibt.
Kommentiert von: Spielautomatenaustricksen | 22. März 11 um 07:12 Uhr