Neujahr.
Die Nacht war lang, der Tag wird kurz und mancher Mensch versucht den Furz, heimlich still, bei viel Beschwerden, oder sonst was loszuwerden. Mancher, den der Magen kneift, der zum sauren Hering greift, legt sich wieder gern ins Bett. Die lange Nacht war wirklich nett, doch am Morgen, der ihn quält, hat er, was er nicht erzählt, heimlich überm Klo gehangen. Er ist erneut ins Bett gegangen. Draußen ist die Ruhe groß. Fast jeder ist besinnungslos und die Straße ist fast leer, ohne irgend ein Verkehr. Dafür hat man lang verkehrt und in der Nacht dabei vermehrt alles mögliche getrunken, sich umarmt, geküsst, gewunken, sich die Hände viel geschüttelt und dann an der Tür gerüttelt, als der Schlüssel nicht gleich passte, als man sich mit dem Schloss befasste. Einer blickt zum Fenster raus, auf den Platz vor seinem Haus, denn da liegt viel Müll herum. Doch keiner macht den Buckel krumm, um das Müllzeug aufzulesen und keiner ist dabei gewesen, als es draußen dröhnt und knallt und bis in den Kanälen schallt. Vor dem Fenster sieht der Müller allerlei Silvesterknüller, die er zerknüllt, zerdrückt, zerplatzt, später von dem Eingang kratzt. Allmählich geht in dem Verlauf zaghaft seine Haustür auf und der Müller blickt heraus und geht mit seinem Hund hinaus. Der muss sicher, das ist wahr, im neuen- wie im alten Jahr, sein Geschäft am Morgen nun, so wie alle Tage tun. Der Müller trifft dabei den Meier. Man spricht von der Silvesterfeier und von dem was folgen tut. Manchem geht es heut nicht gut. Silvester ist beim Krach vergangen, Neujahr hat laut angefangen, die Ballermänner sind versteckt und viele Plätze sind verdreckt, die sie schlampig hinterlassen. Niemand will den Dreck anfassen. Der Dreck der bleibt noch lange liegen und keiner tut die Kurve kriegen wenn er am ersten Tag im Jahr, am Vormittag noch längst nicht klar, sich in seine Decke schmiegt oder in der Ecke liegt. Nach viel Geballer und viel Bumsen tut mancher in die Ecke plumpsen, wie ein plumper alter Sack und manchmal auch im Doppelpack. Es war am Krachen, Jaulen, Rumpeln in der Gemeinschaft mancher Kumpeln Beteiligt sind ja beinah alle, am Geböller und Geknalle, mehr oder weniger dabei, im Gejohle, beim Geschrei, wenn der Knaller explodiert und die Clique applaudiert. Heute ist es totenstill, weil keiner sehr viel sagen will und weil mancher gute Mann nur noch schläfrig liegen kann. Die Gattin macht die Maniküre. Kaum einer geht vor die Türe, es sei denn mit dem lieben Hund. Die frische Luft ist ja gesund, auch wenn es vom Fenster zieht, damit die Fahne sich verzieht. Autos fahren im Verkehr ziemlich selten hin und her. Darum kann der Hund frei laufen und niemand sieht den großen Haufen, der getarnt und gut verdeckt im Müll von dem Silvester steckt. Der kluge Hund hat im gewissen auf den Silvesterbrauch geschissen, denn er tat in der Ecke hocken, von dem Geballer arg erschrocken, als es heftig lange krachte und der Hund ans Sterben dachte. Der arme Hund war sehr bedrückt, denn draußen schien die Welt verrückt. Er glaubte dabei sozusagen es ginge allen an den Kragen und ein Kampfhund ist er schlicht, aus mangelnder Courage nicht. Der Wachhund, was eine Blamage, zittert bei der Sabotage und die Haltung fällt ihm schwer. Erleichtert ist er umso mehr, als er sich am Morgen dann von dem Druck erleichtern kann. Den Meier hat es auch gedrückt, als er würgt, wo er sich bückt. Gestern sah er, ab zwölf Uhr, innerhalb der Konjunktur, angesichts der Wirtschaftslage bis zum Morgen, ohne Frage, in der Wirtschaft an der Bar, letztlich auch nicht mehr ganz klar. Es ging bis weit nach Mitternacht. Kurz vor Zwölf ist er erwacht und er war noch nicht ganz klar, als es langsam Mittag war. Hunger hatte er wohl keinen, sollte man wohl meinen. Die drei laufen so ein Stück und dann gehen sie zurück, der Meier, Müller und der Hund. Der kurze Ausflug war gesund und zu hause steht indessen womöglich schon das Mittagessen, das aus saurer Kost besteht, sofern was in den Magen geht. Noch immer ballern manche Schurken. Daheim da gibt es saure Gurken und Hering in der sauren Sahne, nach der Hausfrau ihrem Plane. Das neue Jahr fängt wieder an wie es vor einem Jahr begann und die Gattin spricht vom Wahn und dem entspricht der Küchenplan. Aufgeräumt ist dabei schlicht der meiste Müll noch immer nicht, wenn mancher Mensch noch immer träumt. Ist erst der Magen aufgeräumt, dann kann es schließlich, so gesehen, allmählich wieder aufwärts gehen und der Mensch kann sich erholen, gesteht er sich und blickt verstohlen. H. Feisel

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