Unbeweglich.
Unbeweglich an der Stätte, wo man gern Bewegung hätte,
ist ein mancher starre Geist, der verhärtet und vergreist,
sich kein Zoll breit mehr bewegt und keinen Sinn zu Grunde legt,
in der leeren Lethargie. Mancher Mensch bewegt sich nie,
ist innen steif und wie erstarrt, wo er stur der Dinge harrt.
Wer sich nicht mehr entwickeln kann, bewegt sich niemals, irgendwann,
bei der inneren Querele, der erstarrten Menschenseele
und muss vor dem Abgrund stehen, um letztlich nur noch „Nichts“ zu sehen.
Unbeweglich, steif und stur, in entsprechend der Natur,
und, im rohen Naturell, wenig aufgeweckt und hell,
ist die Seele immer dann, wenn sie sich nicht entwickeln kann.
Wer sich nicht entwickeln mag, der vergeudet jeden Tag,
in dem sinnlosen Bestreben, völlig unbewusst zu leben.
Unbewusst vergeht der Sinn und daher bleibt weiterhin
nichts als bloß das „Nichts“ erhalten, innerhalb von vielen Alten.
Was der Junge nicht lernt, lernt umso sehr, der Alte aber niemals mehr.
Mit logischen Gedankengängen, die mit dem Sinn zusammen hängen,
da weiß der Alte, zu befangen, am Ende nichts mehr anzufangen.
Unbeweglich, starr versteift, ist mancher Alte schlecht gereift
und alle Weisheit liegt ihm fern. Unbeweglich harrt er gern
auf seinem starren Standpunkt aus. Wie auf Teufel komm heraus
knirscht er heimlich mit den Zähnen und es ließe sich erwähnen,
dass er sich, wie es dazu heißt, manchmal auf die Lippe beißt,
manches heimlich unterdrückend, aber wenig logisch glückend,
innerhalb von dem Gewissen. Erst gespalten, dann zerrissen
ist die dunkle Seele dann, wenn sie nur vergehen kann.
Wer nicht wirklich logisch geht, in der Wahrheit, die besteht,
der muss tatsächlich, im Geschehen, in der Dunkelheit vergehen.
Wer sich im Labyrinth verliert, der hat sich fälschlich orientiert
und muss ganz unbeweglich enden. Der Ausgang lässt sich nur verwenden,
wenn man den Weg beweglich sucht. Wer alle Wahrheit nur verflucht,
die ihm peinlich werden kann, der endet immer, irgendwann,
innerhalb der Lebenszeit, in starrer Unbeweglichkeit
Unbeweglich wird der Geist, der sich keinen Dienst erweist,
in der Starrsucht seiner Sinne. Wer nichts einsieht hält nicht inne
und sieht, ohne klare Sicht, seine Fehler selber nicht
jemals wirklich einmal ein. Fatal kann das am Ende sein,
denn der Mensch stirbt fehlerhaft, in mangelhafter Eigenschaft.
In seiner Eigenschaft geprägt, die sich in ihm niederschlägt,
muss er unbeweglich enden, um keinen Sinn mehr zu verwenden.
Unbeweglich geht er fort und unbeweglich liegt er dort,
zu dem Leichnam kalt erstarrt, wo er nun der Dinge harrt.
H. Feisel
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