Eva -Anfänglich.
Die junge Frau ist unbeschwert und in der Psyche unversehrt,
weil ohne Schuld noch völlig rein und kann daher noch glücklich sein.
Die unschuldige Menschenseele ist noch frei von der Querele,
die sich im Zwiespalt zeigen muss und kommt noch in den Genuss
der unschuldigen Sinnlichkeit. Wer älter wird kommt, mit der Zeit,
zu den Fehlern, die er macht. Das hat der Alltag mit gebracht,
in der zweifelhaften Handlung. So kommt es zu der Verwandlung,
von der Jungfrau, an der Stätte, die alles Glück so gerne hätte,
zu der Prägung jener Frau. Wer geprägt ist weiß genau
um seine ganze Wesensart, bis zur Schuld im Gegenpart
dessen was die Gottheit will und empfindet bei sich still,
innerhalb wohl aller Zeiten, die gewissen Peinlichkeiten.
Anfänglich, das scheint wohl klar, wo's Glück noch unumstritten war,
da war das weibliche Geschlecht in sich geeint und völlig echt.
Das Glück war anfangs ungetrübt und längst war noch nicht ein geübt,
was im Alltag Trübsinn bringt. Der graue Alltag der bezwingt
die Unschuld und das Quantum Glück und es führt kein Weg zurück,
in das kleine Paradies, das sich noch als heil erwies.
Kann man sich den Tag versüßen, ohne schnell dafür zu büßen?
Zumal der Mensch, im Sinn verwirrt, sich allzu leicht mitunter irrt,
ist der Mensch, als das Subjekt, nicht selten das Versuchsobjekt.
Das Bedürfnis ist entstanden, mit dem was Menschen oft verbanden,
mit der vollen Glücksentfaltung und damit auch mit der Gestaltung
im aktivierten Menschenwillen. Das Bedürfnis sei zu stillen,
hat die Eva auch gemeint, obwohl oft der Bedarf nur scheint,
als sei darauf nicht zu verzichten. Doch der Bedarf ist oft mitnichten
tatsächlich irgend etwas wert und das Unheil wird beschert,
das wird später immer klar, durch das was leider fälschlich war.
Der echte Wert ist leicht zerstört. Das Falsche das hat schwer betört.
Die Erfahrung hat gelehrt, der Mensch der mache was verkehrt,
doch der Mensch will im Gewissen die Erfahrung wenig missen.
Die Eva meint das sei ein Muss und kommt so in den Genuss
dessen was sie noch erfährt, wenn auch manchmal unbewährt.
Weil die Eva, bis zum Schluss, viel Erfahrung machen muss,
wird das Glück allmählich grau und sie vielleicht am Ende schlau.
Somit wird das Glücksgefühl nach und nach noch ziemlich kühl.
Den Anfang kann sie glücklich finden, das Ende muss sie überwinden.
H. Feisel
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