Glauben – Wissen.
Der Mensch ist hin und her gerissen, zwischen Glauben und dem Wissen,
wobei er, in dem Bildungsfleiß, an vieles glaubt was er scheint's weiß.
Er will das Wissen definieren ohne sich zu orientieren
an dem was unumgänglich bleibt und die Logistik fort betreibt.
Das was der Mensch zu wissen meint und er oft nur zu glauben scheint,
ergibt sich oft aus der Frequenz der gewöhnlichen Tendenz,
die jede Allgemeinheit lenkt, die nur sehr gewöhnlich denkt.
Die Allgemeinheit ist gewöhnlich nicht mit dem „All-Es“ sehr versöhnlich,
denn die Gewohnheit bleibt, als Schein, weiter „Nichts“ als Allgemein.
Ob der Sinn wohl „All-Es“ meint, der nicht nur gewöhnlich scheint?
Das Wissen kann der Mensch erlangen. Trotzdem bleibt er nur gefangen,
unbewusst entleert und still, soviel wie er auch wissen will,
ohne dass er, irgendwann, an Unbekanntes glauben kann.
Kann er die große unbekannte, in der Bildung unbenannte,
Wirklichkeit sein eigen nennen und eigenmächtig Wissen nennen?
Das kann der Mensch, aus seiner Sicht, im Grunde folgerichtig nicht,
denn die Unkenntnis ist groß. Darum bleibt er trotz Bildung bloß,
im ahnungslosen Argument, das er für gewöhnlich nennt,
ein Wesen das nie „Alles“ weiß. Er lernt und lernt und lernt mit Fleiß,
um die Bildung laut zu nennen, doch tut er trotzdem „Nichts“ erkennen.
Die Bildung hat man hochgehalten. Das Wissen lässt sich fortgestalten,
was dem realen Denken nützt, doch nicht vor dem Irrtum schützt,
das Wissen sei, im Fall des Falles, annähernd tatsächlich „All-Es“.
Wo hört denn wohl, in dem Verlauf, die hoch geschätzte Bildung auf,
wenn nicht dort wo das geschieht, was die Welt noch längst nicht sieht?
Dem Wissen fehlt das Unbekannte. Was man daher Glauben nannte,
das könnte wohl, so tut es scheinen, ein unbekanntes Wissen meinen,
das die Welt noch niemals sah, das außerhalb der Welt geschah.
Die Welt tut gern mehr Wissen finden. Doch die Grenzen überwinden,
zur parallelen Wirklichkeit, gelingt ihr nicht in ihrer Zeit.
So bleibt ein Glaube an das Wissen, das die Menschen stets vermissen,
weil die Welt dies, bis zum Schluss, nicht wissen kann, nicht wissen muss,
in der Länge ihrer Zeit, in ihrer Eigenmächtigkeit.
Die Welt lässt allen Sinn vermissen. Eigenmächtig zehrt vom Wissen
die so genannte Wissenschaft. Doch die ist nur mangelhaft
auf ihren Teil im Raum fixiert und ungenügend orientiert
an dem was sich, auf seine Art, als ein Wissen offenbart,
das aus dem fernen Raum gebracht den Glauben daran möglich macht.
Dient dieser Glaube, in der Zeit, dem Wissen aller Ewigkeit,
dann bleibt die Bildung lebenslänglich vorwitzig und sehr verfänglich.
H. Feisel

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