Frömmelnd.
Der Fromme frömmelt oft zeitlebens in seiner Heuchelei vergebens,
wenn er den wahren Gott nicht kennt und seine leeren Phrasen nennt,
die er im Alibi verwendet, bis die Beweiskraft einmal endet,
in der Nacktheit seiner Pose. Sein Untergrund der wackelt lose,
denn er hat in den Lebensstunden kein festes Fundament gefunden
auf dem er wirklich feste steht. Weil ohne festen Grund „Nichts“ geht,
kann er leider, in dem Zeichen, alles andere erreichen
als das was für den wahren Mann aller Sinn bedeuten kann.
Der Sinn muss sich im Wesen bilden. In undurchsichtigen Gefilden
der bloßen Heuchelei versteckt wird selten mal ein Sinn entdeckt.
So geht dem scheinheiligen Toren jeder echte Sinn verloren
und er prahlt gern alle Zeit, mit so genannter Frömmigkeit,
die nur oberflächlich scheint, doch keinen wahren Inhalt meint.
Nach außen hin mit frommer Miene, fährt der Mensch auf dieser Schiene,
in der Gleisnerei der Lügen, die ihn selbst im Hirn betrügen.
Immer in den gleichen Gleisen tut der Ritus sich erweisen,
wiederkehrend und gewöhnlich mit der Erkenntnis unversöhnlich.
Die Gewohnheit in der Zeit ist gewöhnlich nicht bereit
die Perspektive im Geschehen als erkennbar anzusehen,
in dem wachsenden Erkennen einen wahren Gott zu nennen.
Frömmelnd geht dadurch mitunter mancher fromme Schein hinunter
in den Schatten von dem Licht und den Sinn erkennt man nicht,
in dem äußerlichen Schein, denn innen muss es dunkel sein.
Mit auswendigen frommen Sätzen, an den ganz bestimmten Plätzen,
tut man sich vom Sinn entfernen. Innwendig kann nur der lernen,
der radikal die Wahrheit sieht, die tief in ihm selbst geschieht.
Den Sinn erkennt man niemals außen, denn oberflächlich wirkt von draußen
jedes auswendige Wort, ganz egal an welchem Ort.
Die auswendige Worte sprechen tun dabei sehr viel Sinn zerbrechen,
im Ritus und der Liturgie, denn die Erklärung die kommt nie.
Wer außen frömmelnd Eindruck schindet und sich nicht selber überwindet,
um zur Wahrheit zu gelangen, der ist in seinem Falsch gefangen,
dem er, als getäuschter Mann, schließlich kaum entrinnen kann.
Wer kann sich zu Gott bekennen ohne klar den Sinn zu nennen,
der nur aus der Wahrheit kommt? Das Bekenntnis endet prompt
wenn der Mensch, in seiner List, wahrheitsgemäß gefordert ist
und ihm die echte Kraft vergeht, die in ihm längst noch nicht besteht.
Im Gewissen ohne Mahnung hat der Mensch ja keine Ahnung
von dem was in ihm selbst geschieht, wenn er sich nicht ganz ehrlich sieht.
Der Heuchler, frömmelnd allgemein, ist „Nichts“ als nur ein frommer Schein.
H. Feisel

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