Ahnungsvoll?
Ist der Mensch im tiefen Soll der Erkenntnis ahnungsvoll,
in seinem innersten Instinkt? Wo sein Quäntchen Logik hinkt,
in dem eingespeisten Wissen, scheint sein Bild doch sehr verschlissen,
in dem ständigen Verschleiß, durch das was man scheinbar weiß.
Das Bild des religiösen Gottes, verschlissen durch den Akt des Spottes,
muss, im ganz realen Zeichen, dem Bild des wahren Gottes weichen,
denn jedes Bild ist, allgemein, im engen Rahmen, viel zu klein,
den, aus nur begrenzter Kraft, die Welt in ihrer Bildung schafft.
Die Bildung ist oft nur makaber und absurd in Wenn und Aber,
weiter „Nichts“ als Aberglauben und kann wenig Sinn erlauben.
Ob irgendwie versteckt die Ahnen im Instinkt des Menschen mahnen,
genetisch in der Eigenschaft? Entwickelt sich der Geist zur Kraft
die keinem leeren Unsinn weicht und im Raum viel mehr erreicht?
Entwickeln kann sich wohl viel mehr. Weiß der Mensch erst hinterher,
dem entsprechend in dem Geist, der die Menschenseele speist,
was alle Wirklichkeit bedeutet? Der Mensch, der gierig viel erbeutet,
sucht stets Gewinn in seiner Sucht, doch ist er ständig auf der Flucht
vor der Ruhe die ihm sagt, dass er selten danach fragt,
was einen Sinn ergeben kann. Derselbe Mensch sieht irgendwann,
dass er in den Abgrund fällt, der leer ist und kein Sinn enthält.
Ahnungsvoll kann sozusagen der Mensch sich in Instinkten fragen,
ob er im Raum einmal vielleicht ein Resultat im Sinn erreicht
und ob der Raum im Kern enthält was ewig ist und nicht zerfällt.
Instinktiv fühlt er im Leben es müsse irgend etwas geben,
das, aus ahnungsvoller Sicht, dem wesentlichen Sinn entspricht.
Irgendwas und Irgendwie definiert er aber nie,
ganz konkret und allgemein, als intelligentes Sein.
Er sieht den Raum als nur Entkernt und hat sich vom Geist entfernt,
der auch in seiner Ahnung steckt, wenn er den Instinkt entdeckt.
In seiner Ahnungslosigkeit verschwendet mancher seine Zeit.
Gedankenlos und ohne Ahnung überspielt der Mensch die Mahnung,
die in dem Gewissen mahnt, dass er sein leeres Soll nicht ahnt,
innerhalb der großen Schuld. Abgelenkt in Ungeduld
bleibt, in ihrer Eigenschaft, die Menschenseele mangelhaft,
im blöden Trieb und in dem Laster, dementsprechend ein Desaster.
In Ahnungslosigkeit allein kann nicht sehr viel Inhalt sein
und die geistige Substanz erfüllt die Seele niemals ganz.
Die Ahnungslosigkeit im Handeln kann sich in dem Geist verwandeln
in die Ahnung die begreift. Ahnungsvoll ist der gereift,
der im Glauben Sinn begehrt, den das Wissen noch verwehrt.
H. Feisel

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