Gottlosigkeit.
Die Welt bewegt sich durch die Zeit, mit dem leeren „Nichts“ im Streit,
bei relativer Finsternis und ist sich selbst ein Hindernis,
bei der Suche nach dem Sinn. Viel Profit und viel Gewinn
zeichnen diese Menschheit aus, in dem ehrenwerten Haus,
in dem mancher nur verliert und hilflos ohne Sinn krepiert.
Ehrenwert sind die Motive, jeweils aus der Perspektive
der ehrenwerten Hochkultur. Entscheidend fehlt in dem Sinn nur,
sinngemäß das Absolute. Zwar wünscht man sich viel „Alles Gute“,
doch es wird nicht „All-Es Gut“, im so genannten Übermut,
den manche Menschen viel beweisen, um ganz gottlos zu entgleisen.
Gottlos kommt, mit viel Methode, verkleidet stets in neuer Mode,
immer wieder im Verlauf, der Lebensstil des Menschen auf,
beziehungsweise bleibt stets drum, denn der Mensch ist viel zu dumm,
um zur Weisheit zu gelangen und bleibt in Dunkelheit gefangen.
Gottlosigkeit ist alle Zeiten faktisch niemals zu bestreiten,
weil der Kult, den man verehrt, längst noch nicht den Gott begehrt,
der lebendig und bestrebt sich über Zeit und Raum erhebt.
Was bedeuten Raum und Zeit, innerhalb der Ewigkeit,
in der unendlich weiten Ferne, mitsamt dem Bildnis aller Sterne,
wenn das, was in der Zeit besteht, vor der Ewigkeit vergeht?
Gottlos nimmt die Stimmung zu. Die Welt befindet sich im Nu
im propagierten leeren Raum und einem Sinn dem dient sie kaum,
der alle Zeiten überdauert. Wo der tiefe Abgrund lauert,
da ist der Geist sehr ungesund. Der findet keinen festen Grund,
und keinen wirklich guten Halt. Instabil in der Gestalt
verwickelt sich die Menschenseele, in der psychischen Querele,
in eigens ihrem Widerspruch gottlos selbst in ihren Fluch.
Der Mensch ist gottlos auf der Flucht und er flüchtet in die Sucht,
nicht zum Vorteil der Vernunft. Auch die religiöse Zunft,
die weiß nicht, an vielen Plätzen, die wahre Gottheit einzuschätzen.
Der Mensch, der sich nicht überwindet, sucht nur das was er nie findet,
denn er bewegt sich angesichts seiner Leere in das „Nichts“.
Suchen tut der Mensch, zeitlebens, in leeren Süchten ganz vergebens.
Was er niemals, irgendwann, im Suchtverhalten finden kann,
weil er leer und gottlos ist, das hat er stets im Sinn vermisst.
Gottlosigkeit muss, hier auf Erden, manchem zum Verhängnis werden,
weil mancher Mensch den Sinn verflucht, den er ganz vergeblich sucht.
Die Erkenntnis ist ein Segen. Wer „Nichts“ erkennt, auf dunklen Wegen,
der hat sich selbst nicht überwunden und nicht zum freien Geist gefunden,
der sich verständlich in der Art, in dem Menschen, offenbart.
H. Feisel

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