Fort geschritten?
Ist das Leben denn inmitten aus der Menschheit fortgeschritten,
zu dem was man die Gottheit nannte als man noch nicht den Zweifel kannte,
an einen wahren Gott zu glauben? Die Erwartung höher schrauben
kann der Mensch der weiter denkt und der, in Logik fortgelenkt,
sich hoffentlich und irgendwann weiter fortentwickeln kann.
Bleibt das Leben auf der Strecke dann ist es letztlich, ohne Zwecke,
ein Dasein das nur kurz besteht und dann sinnlos doch vergeht.
Kann der Mensch sich denn beizeiten in der Entwicklung vorbereiten
auf die Stufe die vielleicht tatsächlich auch den Göttern gleicht?
Wer das nicht hofft hat keinen Sinn, weiß nicht wozu, weiß nicht wohin.
Das Leben wäre, im Geschehen, in grotesker Art zu sehen
und logisch bloß absurd zu nennen, in Menschen die nur „Nichts“ erkennen
und daher keinen Sinn entdecken und der Geist könnt nichts bezwecken,
innerhalb von allem Sein, angesichts vom Tod gemein.
Gemeinhin bleibt der Tod gewöhnlich und mit keinem Gott versöhnlich
ist der Mensch, in seiner Krise, nach der sinnlosen Devise
das Leben sei im Tod vorbei und aller Sinn dann einerlei.
Kann mancher Mensch in seinem Bitten, um den Sinn, wenn auch umstritten,
mittels Hoffen und Erbeten, zur zweiten Schöpfung übertreten?
Vergänglich ist der Mensch auf Erden. Kann er unvergänglich werden?
Die Menschheit glaubt das aber kaum. Mancher nennt das einen Traum,
den er zu gern träumen würde, wäre da nicht diese Bürde
seines Zweifels, alle Zeit, in dumpfer Ausweglosigkeit,
die ihm, in der dunklen Nacht, eher Angst im Alptraum macht.
Fortgeschritten ist das Leben sicher nicht in dem Bestreben
jeden Menschen unterdessen nach dem Tode zu vergessen
und für immer abzuschreiben. Tut ein Sinn für immer bleiben,
dann wäre aus dem Grund ja drum speziell das Individuum,
gewisserweise, sozusagen, als das Sein zu hinterfragen.
Es geht beim Fortschritt nur, reihum, um jedes Individuum.
Ganz abstrakt bleibt nur die Masse. Die individuelle Klasse
kann jeder selbst im Denken finden und mit einem Sinn verbinden
kann sich das Individuum. Die Menge bleibt abstrakt und dumm,
in ihrer Massensuggestion und was begreift die Masse schon,
im steten Einfluss der sich zeigt, der sich zu vermehren neigt,
oberflächlich in der Enge der ahnungslosen Menschenmenge.
Noch immer wirkt der Herdentrieb, der in der Menge haften blieb,
aus urtümlichen wilden Zeiten, urmenschlicher Gepflogenheiten.
Ist der Geist, in plumpen Sitten, bewusst im Dasein fort geschritten,
oder blieb er auf der Strecke, gewöhnlich nur für Nebenzwecke?
H. Feisel

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