Liebelei.
Ist der Mensch schnell wieder frei, dann nennt er dieses Liebelei,
denn die Liebe, die bestand, endet einmal kurzerhand,
nachdem die Liebe, das wird klar, leider nicht von Dauer war.
Der Mensch, in dieser Eigenschaft, erweist sich nicht als dauerhaft,
weil er sucht was er nicht findet. Wenn er sich an keine bindet,
dann bleibt er notgedrungen frei, nach der gewissen Liebelei.
Kann man die Liebelei verwenden um sie einmal zu vollenden,
dann wäre, einmal angenommen, das Gefühl einmal vollkommen,
irgendwo ans Ziel gelangt. Hat der Mensch zu viel gebangt,
um seine sehr geschätzte Liebe, dann hasst er letztens nur die Triebe,
die ihn immer wieder treiben, aber nie erhalten bleiben.
Er fühlt sich all der schönen Stunden seiner Liebelei verbunden.
Doch so ist die Liebelei. Einmal ist es ganz vorbei.
Was bleibt sind nur Erinnerungen. Die sind ihm tief ins Herz gedrungen
und lassen ihn so leicht nicht los. Die schöne Liebelei ist bloß,
im Zeichen der Vergänglichkeit, nur kein Maß der Ewigkeit.
Ist die Liebelei vergangen hat mancher noch daran gehangen,
für lange Zeit in dem Gefühl. Danach wird es wieder kühl,
wenn die Hitze nicht mehr treibt und auch keine Wärme bleibt.
Ist die Wärme ganz erkaltet, dann ist die Liebelei, veraltet,
in der Erinnerung verblichen und der Mensch ist ausgewichen,
bei der Frage nach der Liebe und spricht verächtlich noch von Triebe.
Vom Glück ist danach nichts geblieben. Von der Zeit davon getrieben,
in dem grauen Einerlei, geht die schönste Liebelei.
Es geht dem ahnungslosen Toren seine Liebelei verloren,
die er nun einsam, wie verflucht, ganz vergeblich weiter sucht,
auf allen Wegen, die er geht und wo er häufig grübelnd steht.
Losgelöst und völlig frei vermisst er seine Liebelei,
denn er ist nicht mehr verbunden mit den einst geschätzten Stunden.
Die Bindung, die er lieber hätte, an der völlig freien Stätte,
kommt ihm nun nicht mehr entgegen und er muss sich fortbewegen,
wohin auch immer oder wie. Nur leider weiß er aber nie
wozu es mit ihm weiter geht, wenn die Liebe nicht besteht.
Er bewegt sich von dem Ort mühsam in den Schritten fort,
stockend zwar und straucheln fast, doch trotzdem ohne Ruh und Rast.
Sein ganzes Glück lief ihm davon. Und was bleibt da einem schon?
Er holt sein Glück nicht wieder ein und daher bleibt er nur allein,
keine Liebe mehr gewinnend, sich sinnlos nur zurück besinnend,
auf die gewisse Liebelei und vieles ist ihm einerlei.
H. Feisel

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