Glück und Glas.
Mit dem Rücken zu der Wand steht der Dichter auf dem Land
in dem Dorf wohl ganz vergebens, wahrscheinlich für den Rest des Lebens,
vor dem Unverstand der Leute, die nicht selten hier und heute,
im kleinkarierten Dorfgeschehen, eigentlich nur nichts verstehen.
Er hat einen schweren Stand. Es fällt das Glas ihm aus der Hand,
eventuell um Mitternacht, wenn es an Silvester kracht.
Die linke Hand ist arg geschwächt. Dass sich das Schicksal an ihm rächt,
das scheint er oft vermehrt zu meinen, denn es muss ihm wohl so scheinen,
obwohl er auch nicht weiß warum. „Warum,Weshalb“, ist eben drum,
eine ganz absurde Frage, bis an das Ende seiner Tage,
dem er sich noch, bis zum Schluss, allein gelassen nähern muss.
Wieder bleibt er nur allein, vielleicht bei einem Gläschen Wein.
Es hält die Hand das Glas bloß nicht, das mit einem mal zerbricht
und klirrend auf dem Boden endet.Genau so scheint er auch verwendet,
von denen die das Glück genießen und ihn sehr schnell fallen ließen.
Sein Glück ist wie ein Scherbenhaufen und scheint vor ihm davon zu laufen,
weshalb er, zwar ums Glück bestrebt, glücklos trotzdem weiter lebt,
innerhalb der Lebenszeit, dank seiner großen Zähigkeit.
Es schreibt der Dichter, aus der Sicht, dass alles Glück sehr leicht zerbricht,
ganz ähnlich wie vielleicht das Glas. Manche Leute haben Spaß,
was sich mit viel Glück verträgt, bis sie auch das Schicksal schlägt.
Der Poet hat nur geträumt, als sein Sektglas überschäumt
und er muss dabei begreifen, in seiner Suche und dem Schweifen,
nach der Vollendung allen Glückes, auf dem Weg des letzten Stückes,
dass er sein Glück nicht irgendwann auf dieser Erde finden kann,
die oberflächlich fort besteht und sich stets im Kreise dreht.
In seiner Sehnsucht nach der Liebe schmerzen ihn die Seitenhiebe,
die er zwar als Qual empfindet, aber trotzdem überwindet.
Er weiß sehr wohl, in seiner Not: Irgendwann ist jeder tot,
egal wie es ihm so erging, was mit dem Glück zusammen hing,
das sich wohl nicht jedem zeigt. Das Glück war ihm nicht zugeneigt
und die Liebe seines Lebens sucht ein mancher ganz vergebens.
Das wird dem Dichter letztlich klar, als er zuletzt am Sinnen war,
vielleicht, in seiner letzten Nacht, vom Träumen nicht mehr aufgewacht.
Glück und Glas kann schnell zerbrechen, tun dann manche andern sprechen,
die den Dichter dann zitieren. Wer will schon gern sein Glück verlieren?
Mancher kann es schwer verwinden sein Glück erst garnicht je zu finden.
Doch das was man nicht finden kann verliert man auch nicht irgendwann,
hat der Dichter still gedacht, alser sich auf den Heimweg macht,
gewisserweise, sozusagen, von dem Heimweh fortgetragen.
H.Feisel

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