Denkzettel 30.
Das Denken muss der Mensch erst lernen, will er sich von dem entfernen,
was unsinnig und sinnlos scheint, wie er immerhin schon meint,
im noch ungeübten Sinn seines Denkens zu Beginn.
Das Denken wird zum Lernprozess. Wer nichts versteht der ist im Stress,
weil er sich ganz sinnlos müht und seine Meinung ist verfrüht,
noch ohne Logik schnell zugange, doch bewährt sich niemals lange,
denn die steht, im allgemeinen, auf wackeligen, schwachen Beinen.
Das Denken hat der Mensch begonnen. Wer weiter denkt hat mehr gewonnen,
als jener der im Denken scheitert und nicht mehr seine Sicht erweitert.
Der Geist ist ohne Sinn verloren. Ist das Denken angeboren,
oder denkt der Geist im Zwang, oft ein ganzes Leben lang?
Entwickelnd das Gedankenspiel, bei der Suche nach dem Ziel,
ist der Geist vielleicht in Nöten, denn die Welt droht ihn zu töten,
durch ihre Sinnverlorenheit. Der Geist der übersteht die Zeit,
trotzend jedem Widerstand und durchbricht die arge Wand,
die viele Hirne kaum durchdringen. Die Erkenntnis kann was bringen,
wenn Geist den Denkprozess verwendet und nicht abbricht und beendet.
Der Geist ist ohne Sinn in Not und denkt er nicht, dann ist er tot
und kalt und leblos wie ein Stein. Entwickelt sich, in seinem Sein,
der Geist in seinem Sinn viel weiter, dann wird derselbe Mensch gescheiter,
als alle jene, die nur meinen, dass sie „Nichts“ zu erkennen scheinen.
Die Selbsterkenntnis wäre wichtig, sonst bleibt alles Null und Nichtig,
im getäuschten schwachen Hirn. Was geht vor, in mancher Stirn,
in der sich nicht mehr viel bewegt? Zugrunde sei jedoch gelegt
dass der Geist der „Nichts“ erhält, in der Dunkelheit zerfällt,
weit entfernt vom klaren Licht und von Gottes Angesicht.
Wer sich selber nicht erkennt und sich nicht selbst sein Übel nennt,
das unverändert in ihm steckt, der ist niemals aufgeweckt.
Weil der wirklich wache Geist die gereifte Seele speist,
mit der ewigen Substanz, zieht es den zum hellen Glanz,
wo alle Wahrheit deutlich ist. Die ungereifte Seele frisst
die Dunkelheit im Lebenslauf allmählich immer weiter auf,
bis am Ende „Nichts“ mehr bleibt. „All-Es“ in dem Sinn beschreibt
aber in der Redewendung die lebendige Vollendung,
in der großen Ewigkeit der göttlichen Vollkommenheit.
H. Feisel

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