Frühjahr.
Endlich ist der Frost vergangen. Mancher Mensch war schon am bangen,
ob der Winter mal vergeht und ob der Frühling aufersteht,
nach der Kälte und dem Eis. Doch allem Lob und Ehr zum Preis
kommt der Frühling in die Gänge. Der Winter zog sich in die Länge,
doch schließlich muss er einmal weichen, denn der Frühling setzt sein Zeichen,
wenn sich dann die Sonne zeigt und mit Macht zu wärmen neigt.
Es reckt und streckt sich eine Katze und gelüftet wird die Glatze,
die im Winter, das ist klar, vor dem Frost behütet war,
unter einer warmen Mütze. Das letzte Eis taut in der Pfütze
und es trällern Frühlingsboten, jubilierend nach den Noten,
die ihnen die Natur verleiht. Dem entsprechend eingeweiht
ist auch der Hahn der lauthals kräht. Wenn der Bauer wieder sät,
dann muss auch, genau genommen, der Sommer langsam wieder kommen,
sonst wäre wohl die Saat vergebens und am Ende des Bestrebens
völlig nutzlos ausgesät. Dann wär es für die Welt zu spät,
in dem ganz abnormen Zeichen, noch irgend etwas zu erreichen.
Doch solang die Zeit besteht und sich die Welt noch weiter dreht,
im alten Rhythmus der Natur, solange bleibt die Menschheit nur
auf den Frühling angewiesen, wenn alle Knospen wieder sprießen
und die ersten Blumen blühen. Wenn sich die Vögel wieder mühen,
beim Nesterbau, beim Eier legen, dann darf man zugrunde legen,
dass der Frühling neu gedeiht, der das neue Leben weiht,
als insgeheim wohl eine Gnade. Doch ist es leider jammerschade,
dass, in allem was geschieht, die Menschheit nicht die Gnade sieht,
die der Raum dem Erdball schenkt, weil die Menschheit wenig denkt,
in ihrem ständigen Bestreben oberflächlich fort zu leben.
Es denkt die Menschheit nicht sehr weit und mancher Mensch wird nie gescheit,
in seiner plumpen Lebensweise, alles andere als leise
laut auf seine Sicht zu trauen, um leider nur auf „Nichts“ zu bauen.
Die Menschheit feiert frisch und munter und geht zuletzt ins „Nichts“ hinunter,
in den abgrundtiefen Fall. Es ist das „Nichts“ nicht überall,
sondern nur auf nichts fixiert, das was sich im „Nichts“ verliert.
Irgendwann bleibt alles still, weil kein Frühjahr kommen will
und die Gnade, die besteht, die am Ende auch vergeht,
die war, als die höchste Gnade, für viele Menschen viel zu schade.
Das Frühjahr kommt zu seiner Zeit, vielleicht als die Gelegenheit,
für den Menschen nachzudenken, bezüglich auch von den Geschenken,
die, die Natur so mit sich bringt, solang das Frühjahr noch gelingt.
Tut das Frühjahr nicht mehr kommen, dann ist die Sicherheit genommen,
in der die Menschheit tätig war und vieles wird ihr nicht mehr klar. H. Feisel

Letzte Kommentare