Allein gelassen.
Einer kann es noch nicht fassen. Er ist mit sich allein gelassen
und einsam in dem All nur Einer. Verstehen kann ihn daher keiner.
Der Mensch in Einzahl meditiert, an der Weite orientiert,
blickt im Raum, in weiter Ferne, voller Sehnsucht auf die Sterne,
als ob er,sinnend und ganz still, irgendwas erwarten will,
oder auch noch, irgendwann, irgend wen erwarten kann.
Unter allen nur allein muss der Mensch die Einheit sein,
die sich dem Ungeist bis zuletzt geistig weiter widersetzt.
Als Geist kann er sich fort gestalten und vom Sinn viel mehr erhalten,
als alle jene in der Enge der dicht gedrängten Menschenmenge.
Allein gelassen bleibt er dort, zwangsläufig an seinem Ort,
ein Mensch der logisch denken kann, seit er einst damit begann
die Menschenmenge sozusagen voll Skepsis viel zu hinterfragen.
Wer allein ist kann mehr denken als jene die den Hals verrenken,
wissbegierig alle Zeit, in dummer Oberflächlichkeit.
Wer weiter denkt ist nicht betört, weil ihn kein Gerede stört
und von daher, wenn er denkt, auch nicht ständig abgelenkt.
Allein ist mancher konzentriert und Gedanken orientiert
und somit drum, in hohem Maße, auch in der Entwicklungsphase.
Die Gesellschaft, ums zu nennen, kann davon nicht viel erkennen,
in dem äußeren Verhalten den grauen Alltag zu gestalten.
Mitten drin wie kann es sein, fühlt sich mancher Mensch allein,
und in der aussichtslosen Enge kaum verstanden von der Menge.
Allein kann mancher langsam reifen. Die Menge kann es nicht begreifen,
weit entfernt, in diesem Fall, von dem wahren Gott im All.
Allein gelassen ist wer denkt, ihm sei der Sinn im Raum geschenkt,
weil die Menschen taub und blind für sinnliche Erfahrung sind
und die Erkenntnis selten finden, wo sie sich mit “Nichts“ verbinden.
Allein und völlig unverstanden ist die Nähe nicht vorhanden,
zwischen Menschen im Geschehen, die sich wirklich gut verstehen.
Wer leider unverstanden bleibt, in allem was er viel beschreibt,
der bleibt zwangsläufig allein und kann kein Teil der Menge sein.
Allein gelassen lebt er dort und alleine geht er fort.
Er blieb ohnehin allein. Das Drumherum war bloß ein Schein
und nahe stehen tat ihm keiner. Darum blieb er eben „Einer“,
der immer nur alleine geht, weil kein Wesen zu ihm steht.
Allein gelassen, wie er meint, ist er daher nicht vereint,
mit einem Menschen der ihn liebt und ihm vielleicht „Alles“ gibt.
H.Feisel

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