Abschied.
Abschied nehmen ist nicht leicht, wenn einen das Gefühl beschleicht,
dass man sich nie wieder sieht. Was immer auch danach geschieht,
der Abschied ist zunächst sehr schwer. Das erkennt man hinterher,
wenn irgendwo die Lücke klafft. Mancher hat es nie geschafft
den Verlust zu überwinden und kann keinen Sinn mehr finden.
Mancher Mensch ist, in der Tat, auf einmal völlig ohne Rat
und tut weiter ratlos bleiben, in alle dem was die betreiben,
die weder Sinn noch Hoffnung kennen und ihren Trost vergeblich nennen.
Der Abschied von dem Menschenleben muss sich irgendwann ergeben
und irgendwer muss immer leiden. Es lässt sich nirgendwo vermeiden,
dass jene die noch etwas bleiben, ihre Traurigkeit beschreiben.
Beim Abschiedsschmerz, im allgemeinen, tut selten jemand gar nicht weinen
und mancher tut als weint er nicht, mit versteinertem Gesicht.
Der tiefe Wehmut bleibt noch innen, auch wenn die Tränen nicht mehr rinnen
und manchem ist was weg gebrochen. Mancher Mensch hat ausgesprochen,
laut oder vielleicht ganz still, dass er nun nicht mehr leben will.
Doch es muss, in dem Geschehen, der Lebensrhythmus weiter gehen,
bis man auch von ihm bestimmt einmal auch noch Abschied nimmt.
Die Menschen, die sich Sinn erhoffen, für die bleibt dann noch „Alles“ offen.
Doch Hoffnung hat ein jeder nicht und den Sinn sieht mancher nicht,
wenn er, wenig ausgereift, sinnlos in die Leere greift
und sich leider, wie so oft, gar „Nichts“ mehr dabei erhofft.
Es hat der Mensch nicht nachgedacht, in allem was er täglich macht
und alles schien ihm Selbstverständlich. Doch ohne Sinn lebt er nur schändlich.
Der Abschied hat sich aufgedrängt, auch wenn der Mensch am Leben hängt
und das unsagbare Leiden lässt sich meistens kaum vermeiden,
das im Inneren geschieht, was jeder eigens in sich sieht.
Was aber nie ein jedermann in andren Menschen sehen kann,
dass muss mancher selbst entdecken und am eignen Körper schmecken,
beziehungsweise in der Seele, im Konflikt, in der Querele,
in der er mit sich, bis am Schluss, womöglich selber hadern muss,
denn er hat keinen Sinn erlangt, wenn er im „Nichts“ um „Alles“ bangt.
Es drängt sich in dem Lebenslauf das Abschiedsnehmen immer auf
und keiner ist drauf vorbereitet. Obwohl der Tod die Welt begleitet,
tagein, tagaus, und überall, weiß mancher Mensch, in diesem Fall,
damit gar nichts anzufangen und tut keinen Sinn erlangen.
Es ist ein Geist, der weiter denkt, dagegen ganz im Sinn gelenkt.
Der sieht auf seinem Weg das Ziel, nach all seinem Gedankenspiel,
indem er ganz allmählich reift und mehr und mehr im Sinn begreift.
Die Menschenseele ist verhüllt von ewiger Substanz erfüllt. H. Feisel

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